Spiegel eines Menschenlebens

Vierbergelauf, Spiegel eines Menschenlebens

Der Kalenderingenieur Ewald Friesacher hat nun erstmalig entdeckt, daß der aus keltisch-germanischer Vorzeit herrührende Vierbergelauf nicht nur ein kultischer Nachvollzug des Sonnenlaufes ist, sondern daß auch ein ganzes Menschenleben im Lauf gespiegelt wird: In jedem Schritt vollzieht der Vierbergler 1/4 Tag seines Lebens – also mit 4 Schritten einen Tag seines Lebens.
Wenn man den Kreis vom Lorenziberg zum Helberg schließt, ergibt sich eine Gesamtstrecke von ca. 68 km; dividiert durch eine mittlere Schrittlänge von 0,55 m (reduziert wegen der vielen Steigungen) erhält man 124.000 Schritte; wiederum dividiert durch 365 Tage/Jahr und 4 Schritten/Tag erhält man ein durchschnittliches Lebensalter von 84 Jahren.
Der Wanderer durchschreitet also ein ganzes Leben mit jeweils 4 Schritten für jeden seiner Lebenstage im 4/4-Takt.

1. Schritt: Sonnenaufgang
2. Schritt: Mittag
3. Schritt: Sonnenuntergang
4. Schritt: Mitternacht.


Auch die Vier Berge sind nach diesem Prinzip von unseren Altvorderen in großer Weisheit und Einsicht in die Naturphänomene ausgewählt worden. Aber nicht wie der linear und eindimensional eng denkende moderne Eintagsmensch annehmen möchte, sondern einzigartig und wunderbar. In hoher Weisheit wurde von unseren Vorfahren vermutlich schon vor über 6.000 Jahren der Vierbergelauf mit folgender Botschaft eingerichtet.
Der ursprüngliche Ausgangspunkt war auf einem heiligen Kultplatz, vielleicht bei der Kirche St. Donat, im Raum St. Veit am Donnerstag nachmittag, um 20.00 Uhr angesetzt. Beim Donar-Heiligtum in St. Donat begann der Aufstieg auf den Helberg. Diese erste Strecke auf den ersten Berg symbolisiert die Lebenszeit des Menschen von 42 – 63 Jahren, die Bürgerzeit, den Herbst seines Lebens. Oben sammeln sich die Wanderer. Um 24/00 Uhr beginnt die beschwerliche zweite Strecke in vollständiger Dunkelheit (immer um den Neumond) bis zum Ulrichsberg, diese symbolisiert das Alter von 63 – 84 Jahren, den Winter seines Lebens. Die Frohbotschaft des Vierbergelaufes liegt nun darin, daß dieses letzte Viertel seines Lebens in der Wanderung zuerst bewältigt wird und der Mensch am Ulrichsberg mit dem Sonnenaufgang erleben kann, wie der alte Mensch symbolisch in ihm stirbt und er im gleichen Augenblick neugeboren wird. Dies ist auch der tiefe, metaphysische Sinn des Osterfestes im Jahreskreis.
(Mehr darüber im Alldeutschen Jahrgothweiser 2003).